Hartz IV in aller Munde: 31 Tage Vollwertkost bei knapper Kasse

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3 Kommentare zu „Hartz IV in aller Munde: 31 Tage Vollwertkost bei knapper Kasse“

  • Dieses Buch ist eine Einführung in sparsame Haushaltsführung mit vollwertigen Bioprodukten. Es ist eine Fundgrube für jede, die aufs Geld achten muß und das sind in diesen Zeiten ja nicht wenige.

    Neben Spartipps, die für sich genommen schon einfach sehr hilfreich sind, finden sich noch Rezepte für 4 Wochen Biovollwertkost mit schmalem Budget, die jeder mit einer einfachen Küchenausstattung leicht nachkochen kann. Auch das Rezeptverzeichnis am Ende des Buches zusammen mit dem ausführlichen Literaturverzeichnis runden dieses ausgezeichnete Buch ab. Mehr davon!
    Rating: 5 / 5

  • Wer Hartz-IV bekommt, muss Kartoffeln mögen – so mein Eindruck nach der ersten Lektüre dieses Buches. Im schmalen Budget von 132 Euro ist wenig Platz für Risotto oder Pasta – soweit deckt sich die Lektüre mit gängigen Stellungnahmen zu Hartz IV. Ein zweite Lektüre macht jedoch deutlich, dass die Autorin nicht nur sehr systematisch und eingängig beweist, dass es möglich ist, trotz knapper Kasse vielseitig und schmackhaft zu kochen, sondern dass man bei Austausch einiger Komponenten, die sie selbst aufführt durchaus die ;öglichkeit hat im Hartz-IV-Rahmen auch Reis und Nudeln zuzubereiten. Gleichzeitig ist ihr hoch anzurechnen, dass sie sich von Sichtweisen distanziert, die davon ausgehen, Hartz-IV sei die reine Wohltätigkeit – im Gegenteil: knallhartes Kalkulieren ist angesagt! Nicht nur, dass es bei der Anfangskalkulation durchscheint, auch der Saldo von 1,55 Euro am Schluss zeigt auch: Für große Extras bleibt nichts übrig. Kaffee, Tee und Wein sind ja zum Glück nicht in der Vollwerternährung erlaubt, da muss hier auch auf den Verzicht nicht eingagangen werden.

    Bei allen Möglichkeiten die ein oder andere Kritik zu platzieren, möchte ich nicht missverstanden werden: das Buch hat sich seine 5 Sterne redlich verdient. Die äußere Aufmachung ist sehr ansprechend, die Einleitung und Positionierung des Buches werden deutlich gemacht, die Möglichkeiten zu sparen erläutert und die Lebensmittelliste erläutert. Die Rezepte sind verständlich und gut nachvollziehbar, das Rezepteverzeichnis sehr übersichtlich. All dies zeigt: Es lässt sich auch mit Vollwerternährung sparsam leben und mit relativ normalem Aufwand kochen. Darüber hinaus zeigt Frau Wilkesmann, dass Vollwerternährung heute nicht mehr gleichzusetzen ist mit trockenen-krümeligen Möhrenkuchen und geschmacklosen Grünkernsuppen, sondern, dass sie tatsächlich Spaß machen kann!
    Rating: 5 / 5

  • 132 Euro im Monat ist der Verpflegungssatz, der für eine Person nach Hartz IV vorgesehen ist.

    Davon kann ich nicht bio und vollwertig leben, mutmaßte eine der Teilnehmerinnen eines Preisausschreibens auf der Homepage der Autorin. Die Vollwertautorin fühlte sich offensichtlich herausgefordert und machte sich daran, genau diese These zu überprüfen. Ihr standen umgerechnet 4,25 pro Tag für Verpflegung zur Verfügung. Nicht die Masse, aber machbar. So die Theorie. Wobei sie von dem üblichen “4,25 Euro pro Tag-Ansatz” übrigens abweicht, weil sie ihn für unrealistisch hält und eher auf den Wochen- oder Monatsrahmen abstellt.

    Und wie sah die harte Wirklichkeit aus?

    Es ging! Mit diesem dokumentierten Selbstversuch gelang der Autorin, die sich tiereiweißfrei (außer Sahne, Creme fraiche, Schmand und Butter) nach Bruker ernährt, zu beweisen, dass dieser staatliche Pflegesatz es auch den Vollwertlern ermöglicht, im Rahmen ihrer Ernährungsform über die Runden zu kommen.

    Natürlich gehört dazu eine gute Portion Willen und Fantasie bei der Zusammenstellung der Gerichte. Mit genau diesen Eigenschaften ist die Autorin ausgestattet.

    Erkenntnis: Die Ernährung mit wohlschmeckenden Vollwertgerichten über 31 Tage unter Zugrundelegung des Hartz IV-Verpflegungssatzes ist keine Utopie; es ist machbar.

    Doch die Autorin legt auch Wert darauf festzustellen, dass sie die Hartz IV-Vorgaben als nicht gerade üppig erkennt und lediglich den Beweis führen will, dass man mit diesem Budget, in Verbindung mit entsprechenden Einschränkungen, durchaus gesund im Sinne von vollwertig und bio über die Runden kommen kann.

    Wie immer bei Frau Wilkesmann: Jedes Gericht wurde selbst zu Hause zubereitet, fotografiert und auch gegessen. Hier schreibt eine Frau aus der Praxis für Menschen in dieser Hartz-IV-Situation, und keine Theoretikerin, die sich lediglich selbst darstellen und bunte Seiten füllen will. Folglich Foto, klare Bezeichnungen, Zutaten, Herstellungsanleitung und oft genug dazu noch einen kleinen Tipp, wie man dies oder das besser machen kann oder wie man Überreste aufbewahrt.

    Anraten möchte ich jedem Interessierten: Bitte Vorwort und Einleitung lesen, sonst entgeht Ihnen etwas (praktische Bedeutung des Versuchs – Vorgehen – Bedingungen – Geräte – persönliche Vorlieben – Einkaufsquellen – Vollwertkost in Kurzform – Allgemeine Spartipps usw.).

    Und auch das ist alles andere als langweilig.

    Ein Buch, das nicht nur für Hartz-IV-ler lesenswert ist und in keinem Kochbuchregal fehlen sollte. Dicke Empfehlung. HMcM

    Rating: 5 / 5

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